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Deanne und die Mandeln … Lösung der Wirtschaftskrise?!
Saturday, May 02, 2009 posted by
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Wir bereiteten eine kleine Feier, ich wollte einen traditionellen tunesischen Kuchen mit Mandeln backen. Deanne*, unser wunderbares und lustiges amerikanisches Aupair, half mir Mandeln zu schälen, manchmal fiel eine Mandel auf dem Boden, die dann auf einem extra Stapel landete. Am Ende stand Deanne auf und wollte diesen Stapel in den Mülleimer werfen. Meine Mutter, zu Besuch aus Tunesien, hat fast eine Herzattacke gehabt, sprang auf, nahm die Mandeln, wusch sie und tat sie zu den anderen. Es war ein andauender „Kultur-Kampf“ um das Nicht-Wegwerfen von Lebensmitteln – in Tunesien nimmt man das Brot was auf dem Boden fällt auf und küsst es, als Entschuldigung.
Unser amerikanisches Aupair Deanne flog zurück nach Hause. Sie war für uns eine lebhafte Lektion was den sogenannten „amerikanischen Konsum“ war. Dieser amerikanische Konsum – Wirtschaftsmotor der ganzen Welt – hinkt, die Konsumenten haben vertrauen verloren und die Lösung, die zur Zeit von vielen angestrebt wird, liegt darin, sie zum Wieder-Konsumieren zu ermutigen.
Deanne sparte im Vergleich zu unseren anderen Aupairs nichts. Positiv formuliert war sie sehr großzügig. Anderseits war sie finanziell immer pleite und irgendwie immer reich. Sie kaufte fast jeden Tag ein, hatte innerhalb eines Monats mehr paar Schuhe als wir Alle … und nutzte zusätzlich zu ihrem Taschengeld ihre amerikanische Kreditkarte, die Rückzahlungen sind ja erst August 2009 fällig. Eine weitere Anekdote passierte als Deanne für ihren Rückflug packte, sie konnte nicht alles mitnehmen und bat mich den Rest zu entsorgen. Viele Kleidungsstücke waren ungetragen und hatten noch das Etikett dran … ich schmiss es selbstverständlich nicht weg sondern gab vieles ihrer Nachfolgerin.
Ich fragte mich dann, ist es das was wir wollen. Dass alle Amerikaner wieder ihrer alten Konsumlust nachgehen also heruntergefallene Mandeln nicht waschen sondern wegwerfen und Kleider kaufen, die sie nie tragen. Das hat ja auch uns und Deutschland – als Exportnation – reich gemacht. Auf Kosten der Erde und ihrer Ressourcen. Ich will keine Moralistin sein, aber die konkreten Erlebnisse mit Deanne zeigten mir plastisch vor Augen was es konkret bedeutet Konsum anzukurbeln. Gibt es andere Wege, wird es nach der Krise andere Wirtschaftsmotoren geben, die nachhaltiger für Alle sind? Ich weiss es nicht!
* Name von der Redaktion geändert
May 13th, 2009 at 5:47 pm
Hi Amel,
I would like to draw your attention to an interesting article by Otto Scharmer:
http://www.ottoscharmer.com/docs/articles/2008_TransformingCapitalism.pdf
Recently I joint the Presencing Institute Community – hoping to find answers to the question of how we can create our future.
Cheers,
Gabriela